Legoyourego Blog

Die neue Einsamkeit

Posted in Leben by legoyourego on 10. August 2009

Donnerstagabend war das Era in Köln wie immer gut besucht. Als frischgebackene Singlefrau zwischen einem Haufen gutaussehender homosexueller Männer fühlt man sich auf jeden Fall auf der sicheren Seite. Immer einen Fuß vor den anderen setzen auf dem Weg in die Freiheit. Gucken reicht. Doch was ich sah war nur ein Spiegel meiner selbst. Wohin ich auch blickte saßen Leute, die alle 5 Minuten auf ihr iPhone starrten, damit intensiv rumsurften oder SMS verschickten und das alles mitten im Gespräch. Ganz so übel treibe ich es zum Glück nicht, aber wenn ich mich dabei erwische, dass ich mal kurz was nachsehen möchte und dann stundenlang in den Tiefen des Netzes versumpfe, dann erkenne ich, dass auch ich in die Falle getappt bin. Und weil ich ja vorbelastet bin, halte ich mich bewusst fern von wer-kennt-wen und hastenichtgesehn. Man wird ja völlig abhängig. Während ich hier schreibe skype ich nebenher (Haha, Metaebene) und statt beides zu machen könnte ich auch einfach ein gutes Buch lesen oder auch mal gar nichts. Die Angst vor der Langeweile nimmt uns die Lust an der Einsamkeit. Die Zeit zum Denken. Ich war letzte Woche ein paar Stunden am See, ohne mein Handy (Yeah!) Und ich habe mich nicht nach meinem PC gesehnt. Selbsterkenntnis ist der erste Weg zur Besserung. Und dann bekomm ich heute noch dazu den passenden Artikel präsentiert (von einer Bekannten im irc-chat, ist ja klar).
Jenseits der Stille

Der amerikanische Blackberry trägt nicht umsonst den Spitznamen Crackberry, viele User bekennen, dass der letzte Blick am Abend und der erste am Morgen nicht ihren schlafenden Kindern, sondern dem Display ihres Organizers gilt, dass sie sich ohne ihn unvollständig fühlten.

Ich habe keine Kinder, kanns mir deshalb egal sein?

… die Angst, alleine zu sein. Abgeschnitten vom Rest der Welt. Handy und Mail sind auch eine narzisstische Falle, eine Art Nuckelflasche, aus der man sich süßen Brei holt, das Gefühl, gebraucht, geliebt, angesprochen zu werden. Sobald der Blackberry in der Hosentasche vibriert, gibt es null Aufschub, muss man sofort nachschauen, wer da was Leckeres geschickt hat. Aber wie das so ist mit dem Narzissmus: Wenn keine Bestätigung kommt, gähnt Leere…

Ha, ich schreibe das hier doch gerade in einen völlig unbekannten Blog, bei dem ich das spärliche Feedback auf das Mitleid meiner Freunde zurückführe. Ich kann das ab 😀

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