Legoyourego Blog

Brüno – die Kurzkritik

Posted in Filme, Humor by legoyourego on 12. Juli 2009

Ich bin am Donnerstag extra ins Kino gegangen, um möglichst aktuell meine Meinung zu Brüno abzuliefern. Aber da ich erst um 3 Uhr zuhause war, hatte ich dann doch keine Lust mehr zu schreiben.
Der Film ist wirklich klasse. Ich habe extrem viel gelacht. Aber ich habe mich auch fast in jeder Szene über meine Ungeduld geärgert, dass ich nicht warten wollte, bis ich die Möglichkeit habe, den Film im Original (mit Untertitel) zu sehen. Ich bin normalerweise kein OV-Fetischist 😉 aber in diesem Fall, wie auch schon bei Borat, ist es beinahe ein Fauxpas, den Film nicht auf englisch zu sehen. Die wunderbaren denglischen Wortschöpfungen die Sacha Baron Cohen für seine Firgur Brüno entwickelt hat, kommen in der deutschen Version absolut zu kurz bzw. bleiben gar gänzlich auf der Strecke. Außerdem nimmt die deutsche Übersetzung der Exzentrik von Brüno irgendwie den Charme. Dennoch haben der Inhalt und auch der für mich normalerweise unansprechende Slapstick mich durchaus entschädigt. Ich hab mich tatsächlich beim Schenkelklopfen erwischt. Leider wirken die Real-Szenen in Brüno stellenweise arg konstruiert. Oder ich wünsche innerlich, dass das was ich da gesehen habe nicht wahr sein kann. In jedem Fall eine 100% empfehlenswerte Abendunterhaltung.

Der Test zum Film: Wie schwul bist Du? gefunden bei Batzlog

Gut es ist sicher nicht so schwer zu 100% schwul zu sein, wenn man eine Frau ist, aber hier mein Ergebnis:

Zum Brüno-Test bei der Film-Community moviepilot

Mehr Infos zum Brüno Film
Tagged with:

Bin ich ein Schwein, wenn ich böses dabei denk?

Posted in Allgemein, Leben by legoyourego on 8. Juli 2009

Ich bin heute mit meiner Mutter durch das idyllische Städtchen Gymnich gefahren. Bekannt durch das Schloss Gymnich, das nicht nur hochrangige Politiker aus aller Welt besucht haben, sondern auch der Kelly Family über Jahre hinweg eine Heimat geboten hat. Und da meine Eltern dort regelmäßig Freunde besuchen, wusste meine Mutter mir von einem recht modernen Kirchenbrunnen zu berichten. Sie wollte, dass ich mir (da wir schonmal da waren) selbst ein Bild mache, und ihr bestätige, dass sie keine ferkeligen Phantasien hat, wenn sie in der Skulptur ein etwas fragwürdiges Bild entdeckt.

Der Jakobsbrunnen der Pfarrei St. Kunibert zu Gymnich wurde 1985 von Pfarrer Keyers entworfen, auf dem Kirchplatz fertiggestellt und feierlich im Beisein von Weihbischof Dr. Plöger eingeweiht. So ist es der Webseite der Pfarrei zu entnehmen. Dort findet sich auch ein Bild, auf dem ein anderes Kunstwerk des besagten Pfarrers zu sehen ist. Die beiden weißen Pferde am berühmten Rittaltar.

Aber ich spanne Euch nicht länger auf die Folter. Hier ist der Brunnen:

Jakobsbrunnen Gymnich

Jakobsbrunnen Gymnich

Und hier die Nahaufnahme, bei der ich euch frage: Habe ich eine versaute Phantasie, oder stimmt da etwas nicht?

Jakobsbrunnen Gymnich

Jakobsbrunnen Gymnich

Nachtrag vom 9.4.: Vor dem Hintergrund, dass derzeit die Gemüter der treuen Kirchgänger angesichts des aktuellen Titanic-Titels überkochen, dazu bereits Strafanzeigen und über hundert Beschwerden beim deutschen Presserat eingingen, sollte man sich den Blogtitel tatsächlich immer wieder vor Augen führen „Honi soit qui mal y pense“. Obszönität liegt fast immer im Auge das Betrachters. Die Kirche schweigt, vielleicht auch weil derartige Bilder zu Hauf in der eigenen Architektur vorkommen (Zuletzt dieses Bild gefunden auf facebook.) Und zahlen wird die ganze Prozesswut der Steuerzahler, denn mehr als eine Rüge vom Pressrat dürfte sich die Titanic wohl kaum einhandeln. Alles andere wäre ein nicht hinzunehmender Angriff auf die heilige Satire. Und schließlich sieht man in dem Titelbild nichts weiter als einen katholischen Geistlichen, der der Jesusfigur noch rechtzeitig vor dem Osterfest die Knie auf Hochglanz poliert.
Das Argument, man würde sich seitens Titanic niemals trauen, das gleiche mit Mohamed zu machen* hinkt auch insofern, dass es leider im Gegensatz zum Islam im Christentum nicht verboten ist, dieses unzumutbare Bild von Gottes höchstem Propheten (sei es Jesus oder Mohamed) überhaupt zu zeigen. Also liebe Katholiken, solange ihr die Götzenbilder nicht aus euren Kirchen entfernt, dürfen sie auch der Satire als Vorlage dienen.

*was so auch nicht ganz stimmt, der Gute hat bereits sein Fett wegbekommen.

Tagged with: , ,

Kurze Eindrücke vom CSD 2009 in Köln

Posted in Party, Politik by legoyourego on 6. Juli 2009

Ich habe bewusst am heutigen Tag keine Kamera mitgenommen, um keinen unnötigen Ballast mit zu schleppen. Im nachhinein hab ich mich geärgert. Mit meinem Handy habe ich nur ein Foto geschossen und ein Video. Nächstes Jahr werde ich das anders machen. Dieses Jahr hat man allerdings den 40. Jahrestag der Ursprünge des CSD, dem Stonewall-Aufstand im Juni 1969 in New York begangen. Insofern war die Veranstaltung mehr politisch und weniger provokant als in den Vorjahren.

Tja eigentlich eine Schande, dass ich seit meiner Geburt direkt neben dieser wunderbaren Stadt wohne und noch kein einziges Mal auf dem Christopher Street Day war, auch genannt Cologne Pride. Bis Heute. Und es war ein großartiges Erlebnis. Die Provokationen seitens der Parade-Teilnehmer waren für meine Empfinden zwar mehr als harmlos, die wenigen nackten Ärsche, die zu sehen waren, leider mehr als unschön. Aber die Stimmung war der Hammer. Und ich wurde durch nackte Oberkörper entlohnt. :rotwerd: Nicht so schön fand ich, dass sowohl SPD, als auch Linke und Grüne Die Parade als Wahlkampfmittel genutzt haben und eigene Wagen ins Feld geschickt haben. Zwei wunderschöne Bilder von Renate Künast hat der Fotograf der queer eingefangen (ich vermute es war nicht ihre Doppelgängerin). Bild 1 und Bild 2.

Ich schmück mich jetzt weiter nicht mit fremden Bildergalerien, davon gibt es sicher ne Menge im Netz.

Hier zwei Anekdoten:

Ich war mit einer Freundin da. Wir bekommen auf dem Alter Markt einen Flyer in die Hand gedrückt. Die Promoterin sagt „Hier, unter http://www.bed-jumping.com könnt ihr ein Foto von euch einschicken, wie ihr ganz verrückt auf dem Bett rumhüpft. Der über Internet-Abstimmung bestimmte Gewinner bekommt 10.000 Euro“. Meine Freundin gibt mir den Flyer (sie ist im 5. Monat schwanger) und sagt „Hier du hüpst ja öfter verrückt auf Betten rum, als ich.“ Ich sag: „Na prima und wie soll ich mich selbst fotografieren, während ich hüpfe?“ Die Promoterin zu meiner Freundin „Na du kannst sie ja dabei fotografieren!“ Meine Freundin „Ja genau Schatz ich fotografier dich dabei,“ grinst mich an und zieht mich weiter.

Anschließend bei McDonalds an der Kasse. Neben mir eine Gruppe Amerikaner.
Amerikaner: „Do you have Quaterpounder with Chese?“
McDonalds-Tante: „Hä? Hammwer nich.“
Ich: „Doch, habt ihr.“
und zu dem Amerikaner: „Did you ever watch Pulp Fiction, Herzchen?“
Er (grinst mich an und schreit): Aaaaaah, yes I have.
und zu der Kassiererin „A Rrrrroyaaaaal with chese please“

Hier noch das Bild und das Filmchen:

Zensurgegner in der Parade

Hier als Video: (achtung, grausamer Ton, besser stumm schalten)

Tagged with: , , ,

Lofts ab 175 Euro mitten in der Stadt…

Posted in Allgemein by legoyourego on 1. Juli 2009

Diese Schlagzeile macht neugierig? Mich auch. In der aktuellen überregionalen Print-Ausgabe des Städtemagazins Prinz findet sich ein äußerst lesenswerter Artikel über das junge und sehr erfolgreiche Unternehmen „Camelot“ aus Amsterdam. Die Idee: leerstehende Gebäude kann man am einfachsten vor Hausbesetzern schützen, indem man sie besetzt. Und zwar mit abenteuerfreudigen, flexiblen Menschen, die gerne für wenig Geld viel Platz hätten und das möglichst zentral. Das Start-Up Unternehmen verkauft diese Idee so gut, dass man dort permanent expandiert. Das Konzept soll in Kürze auch in Deutschland umgesetzt werden.

Wenn man sich den kleinen Werbefilm (unten rechts) auf der Camelot-Seite ansieht, bekommt man schon mal einen Großteil der Informationen. So soll es in den Niederlanden ein Gesetz geben, das es Hausbesetzern erlaubt, jedes Gebäude zu besetzen, das länger als ein Jahr leer steht. An dieser Stelle kommt die Anti-Hausbesetzer-Agentur ins Spiel. Egal ob Schloss, Fabrikhalle, Labor, Bauernhof oder Kraftwerk, die Hauswächter zahlen lediglich die Umlagen für Strom, Heizung und Wasser. Die monatlichen Kosten liegen also zwischen 150 und 175 Euro.
Das oftmals spannende Ambiente zieht dabei vor allem Lebenskünstler an. Vom Bildhauer bis zum Unternehmensberater findet man so ziemlich jede Art moderner Nomaden vor.
Allerdings muss man auch Abstriche machen. Da man mit seinem Einzug auch für den Schutz des Gebäudes vor Graffity-Sprayern und Vandalismus angedacht ist, muss man einen Urlaub vorher anmelden. In leerstehenden Fabrikhallen, in denen oftmals mehrere Mietparteien leben, soll so gewährleistet sein, dass immer einer zuhause ist. Außerdem sind aufgrund nicht immer optimaler Wohnbedingungen (manchmal mobile Duschen oder ein Kühlschrank mit zwei Herdplatten) Kinder und Haustiere nicht erlaubt. Auch rauchen ist nicht erwünscht. Der Mietvertrag hat eine Kündigungsfrist von 2 Wochen, damit im Falle eines Verkaufs oder einer anderweitigen Gebäudeverwertung schnell reagiert werden kann. Dann gehts mit der meist spärlichen Habe auf zum nächsten spektakulären Wohnabenteuer.

Für die Expansion nach Deutschland sucht Camelot übrigens noch 3 Geschäftsführer. In Köln, Essen-Dortmund und Hamburg werden Fillialen eröffnet. In Amsterdam und London wird man eingearbeitet. Wenn das Anforderungs-Profil also auf euch passt, dann bewerbt euch schnell.

Ich bin leider nicht qualifiziert genug 😀 und so wohnen könnte ich vermutlich auch nicht für lange. Aber ich finde die Idee saucool. Wenn ich 10 Jahre jünger wäre würde ich es extrem reizvoll finden, in einer alten Schule, einem leerstehenden Krankenhaus, Kaufhaus oder Hotel zu wohnen.
Ich kann Euch den Artikel in Prinz bei Interesse nur wärmstens ans Herz legen. Alleine schon wegen der stimmungsvollen, genialen Bilder.